Schlagwort: Sinn für das rechte Maß

  • Minister ohne Furcht und Adel: Wie sich zu Guttenberg um Kopf und Kragen redet

    Niemand ist fehlerfrei. Manchmal liegen die Fehler schon eine Weile zurück. Je schärfer aber das öffentliche Profil (oder sollte man sagen: die Selbst-Inszenierung) als makelloser, erfolgreicher Leistungsträger, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann jemand diese Fehler aufdeckt und öffentlich macht. Reputation beinhaltet stets das Risiko des Reputationsverlustes – für Politiker ist es das Berufsrisiko schlechthin. Damit könnte man gut leben, wenn man sich auf Krisenfälle professionell vorbereitet und sich konsequent im öffentlichen Auftritt an den Grundsätzen des Glaubwürdigkeitsprinzips orientiert. Viele Politiker verlieren ihre Glaubwürdigkeit nicht über das eigentliche Fehlverhalten, sondern über ihren Umgang mit dieser Situation. Das Glaubwürdigkeitsprinzip erweist sich gerade in diesem Fall als brauchbare Richtschnur, an der ich jeder Politiker orientieren kann. Für jedes kommunikative Problem gibt es einen Lösungsweg. Wichtig ist, dass die Erwartungen der jeweiligen Stakeholder bewusst sind und erfüllt werden. Dann kann ein persönliches Fehlverhalten in der Vergangenheit die Profilierung als berechenbarer, ehrbarer und „normaler“ Politiker sogar schärfen. Hoffen wir, dass der Minister inzwischen gute Berater hat, die ihm die Mechanismen werteorientierter Kommunikation in der Praxis aufzeigen.

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