Schlagwort: öffentliche Kommunikation

  • Agenda Setting und die Angst vor Kontrollverlust: lauter Missverständnisse

    Es geht ein Gespenst um in Europa: das Gespenst des Kontrollverlustes. Das Kommunikationsmetier ist von dieser Angst besonders befallen. Unternehmen und Organisationen haben damit ihre Schwierigkeiten (z.B. im Umgang mit den Social Media), aber auch Journalisten. Sie fürchten, ihre Themenhoheit, ihre Rolle und den Nimbus als Vermittler und Deuter und nicht zuletzt ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren – und darüber Kontrolle und Einfluss auf den öffentlichen Diskurs. Aus Sicht mancher Journalisten sind die Schuldigen ausgemacht: die PR. „Hilfe, die harten PR-Jungs nehmen uns die Themen weg!“ Aber wessen Sache ist es eigentlich, neue, spannende Themen aktiv auf die Agenda der Öffentlichkeit zu setzen? Ist das ausschließlich Sache der Journalisten? Müssen nicht vielmehr die Unternehmen dies heute leisten? Und wenn es ihnen gelingt, die Öffentlichkeit oder bestimmte Stakeholdergruppen für relevante Themen zu sensibilisieren, bedeutet das für die Medien dann automatisch einen Verlust der Themenhoheit und -kontrolle? Hier spielen viele Ängste und Missverständnisse zusammen und wenn Agenda Setting als Projektionsfläche für den gefühlten Kontrollverlust herhalten muss, ist das gefährlich.

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